Fairer Handel wirkt?!?


Unter diesem Titel versammelten sich am 16. September 2019 die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie aller Spanischkurse zu einer Konferenz im Forum der Don Bosco Schule. Referenten waren Elisabeth Möser, die Projektkoordinatorin der Kampagne „Fairtrade-Stadt-Rostock“, sowie Olga Alvaro, eine Kaffeeproduzentin aus Honduras, und Jaquelina Vivanco, Vertreterin des Fairtrade-Produzentennetzwerks CLAC in Mexico. Geballte Frauenpower also, die versuchte, das Fragenzeichen des Veranstaltungstitels in den Köpfen ihrer Zuhörer in ein Ausrufezeichen zu verwandeln.

Nach einer kurzen Begrüßungsrede des Schuldirektors Gert Mengel präsentierte Frau Möser die Ziele und die erreichten Erfolge ihrer Kampagne. Da ihr Publikum ja bereits Bewohner einer „fairen“ Stadt verkörperte, war die Brücke zu Schülern einer „fairen“ Schule natürlich schnell geschlagen. Motivierend wurde aufgezeigt, was die Don Bosco Schule im Bereich des fairen Schulalltags bereits alles leistet und welche Schritte noch fehlen, um sie auch offiziell als Fairtrade-School bezeichnen zu dürfen.

Anschließend stellten zwei Schülerinnen ihr Engagement innerhalb des hauseigenen Schulweltladens vor. Sie erklärten ihre Aufgaben und erläuterten, warum ihnen der faire Handel innerhalb der Schule wichtig sei.

Daraufhin ergriffen die mittelamerikanischen Gäste das Wort. Übersetzt von Judith Gelke berichtete zunächst Jaquelina von ihrer Arbeit in Mexico, bei der sie vor allem den Kampf um die Geschlechtergleichheit betonte, der sich in ihrem Teil der Welt noch sehr viel schwieriger darstellt als in Deutschland. Olga Alvarado erzählte von ihrem Leben als Kaffeeproduzentin, den Herausforderungen, die sie als Frau in dieser Branche zu meistern hat und dem Gewinn, den sie durch die Zusammenarbeit mit der fairtrade-zertifizierten Kooperative COAQUIL genießen kann.

Abschließend kam es zu einem Gespräch zwischen den Schülern und den Referentinnen. Beiderseits wurden einander Fragen gestellt, beispielsweise zu Auswirkungen auf die Produktion durch den Klimawandel oder zum alltäglichen Umgang mit fair gehandelten Produkten.

Ob die Konferenz dazu beitragen konnte, dass in Zukunft mehr Schüler das Angebot der fairen Pause des Schulweltladens nutzen und sich ihr Denken über den Umgang zum fairen Handel verändert hat, wird sich zeigen. Auf jeden Fall wurde der Laden nach der Konferenz gestürmt, auch wenn es nur an den kleinen, leckeren und vor allem fairen Schokoladentäfelchen lag, die verschenkt wurden.

Schülerstimmen aus Jahrgang 11 zu der Frage, wie sie es fänden, wenn die Don Bosco Schule den Titel der Fairtrade-School erhalten würde:

„Quiero que mi escuela será una Fairtrade-School en el futuro porque pienso que el comercio justo es muy importante para el medio ambiente y para los trabajadores y productores que tienen una vida con muchas injusticias. Creo que eso es una posibilidad para ayudar a las personas." (Ich möchte, dass meine Schule in der Zukunft Fairtrade-School wird, weil ich denke, dass fairer Handel sehr wichtig für die Umwelt ist und auch für die Arbeiter und Produzenten, die ein Leben mit vielen Ungerechtigkeiten leben. Ich glaube, dass das eine Möglichkeit ist, Menschen zu helfen.)

„No pienso que sea importante que mi escuela será Fairtrade-School. Sólo es un título. Cambia nada de la situación del comercio justo aquí. Además ya tenemos una tienda fairtrade." (Ich denke nicht, dass es für meine Schule wichtig ist, Fairtrade-School zu werden. Das ist nur ein Titel. Er ändert nichts an der Situation des fairen Handels an unserer Schule. Außerdem haben wir bereits einen fairen Schulladen.)

„Sí, quiero que mi escuela será Fairtrade-School en el futuro, porque es muy importante y no hay muchas Fairtrade-Schools en Alemania. Es muy malo. Además es muy importante para el medio ambiente. Todos y todas tienen derechos humanos, pero no todos y todas tienen derechos humanos en realidad." (Ja, ich möchte, dass meine Schule in Zukunft eine Fairtrade-School ist, weil es von Bedeutung ist und es nur wenige solcher Schulen in Deutschland gibt. Das ist sehr schlecht. Außerdem ist es sehr wichtig für die Umwelt. Alle Menschen haben Menschenrechte, aber nicht alle Menschen erfahren sie wirklich.)

„En mi opinión una Fairtrade-School no cambia algo, porque los alumnos que no sin interados en el comercio justo conservan sus opiniones." (Meiner Meinung nach ändert eine Fairtrade-School nichts, weil die Schüler, die daran nicht interessiert sind, ihre Meinung beibehalten.)

(J. Kruggel, Übersetzungen durch Judith Gelke)





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