Antisemitismus aktuell


„Wer sind die Erben der Arisierung?"

Dieses Thema, eine wenig präsente Facette unserer deutschen Geschichte, wurde dem Geschichtskurs der Q12 am Donnerstag, den 24.10.2019 erörtert. Unser Gast Armin H. Flesch, Betriebswirt und freier Journalist aus Frankfurt am Main, führte an zwei eindrücklichen Beispielen aus, wie die deutsche Wirtschaft zur NS-Zeit systematisch enteignet und damit sogenannt arisiert wurde.

Die Rassengesetze ab 1933 hatten bewirkt, dass die jüdischen Mitbürger erst ihren Arbeitsplatz, dann ihren Besitz und schließlich ihr Leben verloren, wenn sie vorher nicht rechtzeitig ins Ausland fliehen konnten. Doch was geschah mit ihrem Hab und Gut, ihren Wertsachen, ihren Häusern und Betrieben?

Diese Enteignung wurde nach dem Geschäftsmodell „Arisierung" abgewickelt: Ein Teil ging für ein Drittel des Verkehrswert an die nicht-jüdische, deutsche Bevölkerung, die damit ein Schnäppchen machte. Dem bereits hoch verschuldete Staat kamen die Einnahmen sehr gelegen.

Mit dieser Vergangenheit bleiben Fragen der Provenienz und Restitution gegenwärtig und regen zum Nachdenken an. Für etwaige Anmerkungen und Fragen ist Herr Flesch erreichbar über seine Homepage.

Wir danken ihm für diesen anschaulichen Vortrag.

Marion Teipel





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