Eiskalter Schultag


Die Don-Bosco-Schule in der Eishalle
Die Don-Bosco-Schule in der Eishalle

Don-Bosco-Schule vergnügt sich in der Eishalle

Zwölf Grad zeigt das Equipment an der Wand an. Langsam drängen sich die Unsicheren am Rand, leicht gleiten andere über die Mitte. Alles ist in Bewegung. Musik erfüllt die große Halle und bunte Lichter tanzen über die eisige Fläche. Die Klassen 5-10 der Don Bosco Schule amüsieren sich an diesem Dienstag, dem 28. Januar 2020 in der Rostocker Eishalle. Dies geschieht aber nicht zum ersten Mal, denn jedes Jahr gibt es einen Tag zu Ehren Don Boscos.
„Also eigentlich wollte ich ein Salto auf dem Eis machen, aber na ja…“, lacht der 13 jährige Dennis. Er findet den Eislauftag schlicht geil. Allerdings liegen die Schlittschuhe, die man für 3 Euro ausleihen kann, nicht gut an, wie der 14 jährige Julian findet. Und Marie aus der 8. Klasse wünscht sich neu gemachtes Eis. Trotz der kleinen Mängel freut sich Linda, die noch nicht lange auf die Don-Bosco-Schule geht. Sie findet diesen Tag cool und er lässt sie diese Schule nochmal entspannter sehen. Aber warum treffen sich überhaupt alle Schüler in der  Eishalle?
 „Zur Feier des Patroziniums am 30. Januar.“, so steht es auf der Homepage der Schule. Ihr Patron ist Giovanni Bosco, der 1815 in der Nähe Turins (Italien) geboren wurde. Obwohl er unter schwierigen Bedingungen aufwuchs, war er stets hoffnungsvoll, zuversichtlich, voll Kraft und Wagemut. Mit 26 Jahren wurde er zum Priester geweiht und kümmerte sich in Turin um Kinder und Jugendliche von der Straße. Im Laufe seines Lebens gründete er ein Kinder- und Jugenddorf zum Leben und Lernen und die Vereinigung der „Salesianer“ bevor er am 31. Januar 1888 in Turin starb. Bereits 46 Jahre danach wurde er heiliggesprochen.
Und dieser Mensch wird heute mit rasanten Überholmanövern, den erschrockenen Versuchen wieder Gleichgewicht zu erlangen, den schnellen Verfolgungsjagden auf glattem Eis und Schneebällen, die über die Köpfe sausen, gefeiert.
Aber nicht nur die Schüler haben Spaß. „Ich finde es auch toll, dass die Lehrer hier mitfahren.“, bringt Frau Grewe ein. Die Lehrerin muss laut sprechen, damit ihre Stimme im Trubel der Eishalle nicht verschluckt wird. „Ich hatte vorher noch 2 Stunden Unterricht, das finde ich doof.“
Die Klassen 8-10 und ihre Lehrer haben von 8.00-9.30 Uhr noch Unterricht, während die Klassen 5-7 und deren Lehrer ihren gesamten Schultag von 9.00-11.30 Uhr in der Eishalle verbringen. Gemeinsam haben alle eine Stunde auf dem eisigen Boden. Vorher haben die Klassen 5-7 die 18 000 m2 große Eisfläche für sich, nach der gemeinsamen Stunde sind die 8.-10. dran. Die Klassen 11 und 12 müssen die Schulbank drücken.

Die Schulsanitäter in der Eishalle (Quelle: Fr. Ciesla)
Die Schulsanitäter in der Eishalle (Quelle: Fr. Ciesla)

Dies ist das erste Jahr, in dem die Schule ihr Patrozinium so gestaffelt angeht. Und es bringt einige Vorteile mit sich. Neben dem Vorzug, dass es mit mehr Freiraum auf dem Eis viel mehr Spaß macht, gibt es auch noch weniger Verletzungen. Die Schulsanitäter zählen nur ungefähr 10 Fälle, obwohl es auf dem Eis leicht zu Unfällen kommen kann. Außerdem müssen die Schüler nicht nur 2 Euro Eintritt bezahlen, sondern auch zur Sicherheit mit Kopfbedeckung und Handschuhen laufen. Die Sanitäter fänden aber noch notwendig langärmelige Kleidung zu verpflichten. Zum Glück ist das Toben auf dem Eis durch die gestaffelte Einteilung nicht mehr so gefährlich und auch deshalb eine gute Idee, die Frau Gänsicke als Verantwortliche für die Organisation weiterverfolgen will.
Seit 2006 hat sie fast jedes Jahr einen Ausflug zum Patrozinium auf die Beine gestellt. Zuerst im IGA-Park, dann in der Eishalle. "Es bietet sich an, wenn alle gemeinsam Eislaufen gehen", meint Frau Gänsicke dazu.
Gemeinsam werden auch Spiele auf dem Eis gespielt. „Also ich finde es interessant, das gerade alle zusammen eine Schneeballschlacht machen.", merkt der 14-jährige Julian an. Spaß macht es wirklich, wenn jeder mitspielen kann und dabei niemandem im Weg ist.
Bei früheren Eislauftagen habe es, laut Frau Gänsicke, sogar noch mehr Aufrufe zu gemeinsamen Spielen gegeben. Und und es habe allen viel Spaß gemacht. Also vielleicht kann sich die Don-Bosco-Schule im nächsten wieder auf einen spaßigen Eislauftag mit vielleicht ein paar mehr Spielen freuen.

Wilhelmine Sch., 8c





powered by webEdition CMS